DANKE ROD! Wie Sohn und Papa Laurin durch einen Song wieder zusammenfanden

Ein Baustein, der die Idee unseres Storytellers ausmacht, ist das Sammeln und Erzählen von Geschichten von Fans, über Fans und rund um Rod Stewart. Denn es sind eben genau diese Geschichten, diese Erlebnisse von uns allen, die auch dazu beitragen, dass unser aller Roderick David Stewart aus dem Norden Londons zu genau diesem Sir Rod geworden ist, den wir alle lieben und der uns seit vielen Jahren verbindet.

Aber bevor wir an dieser Stelle abschweifen, zurück zur sehr emotionalen Geschichte von Mathieu Laurin, der in der Region Ottawa-Gatineau in Kanada lebt und uns seine Geschichte erzählt hat.

Mathieu, Jahrgang 1985, möchte zunächst eines klarstellen. „Es geht hier nicht um eine Bitte um ein Autogramm, um Eintrittskarten oder um irgendetwas anderes“, betont der Kanadier. Und schiebt eine sehr rührende Geschichte nach.

„Es begann 1990, als ich fünf Jahre war“, blickt der heute 41-Jährige zurück. „Aber ich muss weiter ausholen. Als ich zwei Jahre alt war trennten sich meine Eltern. In den Jahren unmittelbar danach zog sich mein Vater, Jean-Pierre, ein Stück weit aus meinem Leben zurück. Nicht die allerbeste Situation für einen heranwachsenden kleinen Jungen.“

Das Schicksal meinte es aber gut mit dem kleinen Mathieu, denn es kam dieser eine Moment, der alles zum Guten wenden sollte.

Eines Morgens stand Papa Jean-Pierre in seinem Badezimmer vor dem Spiegel, um sich zu rasieren. Im Hintergrund lief MTV und die angesagtesten Musikvideos dieser Zeit.

„MTV spielte dann 'Forever Young' von Rod Stewart“, erzählte Mathieu. Jean-Pierre Laurin ließ von der Rasur ab und mit einer ordentlichen Portion Rasierschaum im Gesicht hörte er dem Song zu, zunächst noch oberflächlich, dann immer intensiver und genauer. „Wie er mir später erzählte, brachte ihn etwas in den von Rod gesungenen Worten dazu, innezuhalten und sich selbst im Spigel anzusehen“, so Mathieu. „Plötzlich fragte er sich, was zum Teufel er eigentlich mit seinem Leben mache. Er hatte einen kleinen Sohn, einen kleinen Sohn, der seine Liebe, seinen Schutz, seine Führung und – am allerwichtigsten – seinen Vater brauchte.“

Dieser Moment wurde zum Wendepunkt im Leben von Vater und Sohn. „Er kam zu mir zurück, von da an verbrachte ich jedes Wochenende bei meinem Papa.“

Und die Beziehung wurde immer enger, Jean-Pierre wurde nicht nur präsenter im Leben des kleinen Mathieu, mit der Zeit wurde er „der außergewöhnlichste Vater, den man sich nur wünschen kann.“

Papa und Sohnemann wurden zu den besten Freunden, und nur wenig später kam wieder Rod Stewart ins Spiel.

„Mein Vater hatte Karten gekauft für das Konzert am 30. August 1991 in Ottawa, er genoss den Abend sehr. Aber er konnte kaum aufhören an mich zu denken, eines seiner kostbaren Wochenenden mit seinem Sohn ging vorbei, ohne, dass ich bei ihm war.“

Und das führte dazu, dass Papa Laurin seinem Sohn in der Nacht nach dem Konzert versprach: „Von jetzt an, wohin ich auch gege, kommst du immer mit!“

Und so geschah es: Knapp zwei Jahre später kehrte Rod Stewart für ein Konzert nach Ottawa zurück. Und natürlich waren Papa und Sohnemann Laurin dabei -für beide wurde der Tourslogan „A Night To Remember“ ganz ganz sicher zu einem Abend, den sie nie vergaßen.

„In dieser Nacht regnete es in Strömen im Lansdowne Stadium.

Und mehr als dreißig Jahre später kann ich noch immer meine Augen schließen und Teile dieses Konzerts vor mir sehen. Ich erinnere mich an die riesige Band. Die Streicher. Die Bläser. Die unglaublichen Musiker. Die Fußbälle, die in die Menge flogen. Und ich erinnere mich an „Downtown Train“. Beim letzten Schlag, als Rod auf der Bühne die Arme erhob, erinnere ich mich daran, wie ich einen Blitz hinter dem Stadion sah, gefolgt von einem gewaltigen Donnerschlag“, beschrieb Mathieu, wie sehr ihm dieser Abend noch immer präsent ist.

Sein Vater hatte ihm auch längst vom Rasieren vor dem Spiegel erzählt, und wie sehr in das „Forver Young“-Video damals in seinen Bann zog und zum völligen Umkrempeln seines Lebens brachte.

„Als Rod an diesem Abend in Ottawa 'Forever Young' spielte, war ich (obwohl erst acht Jahre alt) völlig still, für diese Minuten existierte für mich einfach nichts anderes“, erinnert sich Mathieu heute. „Da war mein Papa, da war ich, da war unser Lied!“

 

Diese regnerische Nacht in Ottawa wurde nicht zu Mathieus erstem Konzert, sie wurde zu einer der prägendsten Nächte seines Lebens. Bis heute haben die beiden Laurins noch sechs weitere Stewart-Konzerte besucht, zuletzt 2023. Und immer war der Moment, in dem Rod „Forever Young“ sang, einer, der von großer Magie und Emotionalität geprägt war.

„Rod hat mich und meinen Vater zusammen gebracht, im Grunde hat er unser beiden Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Und das alles nur durch diesen einen Song „Forever Young“.

Der Song prägt das Leben der Laurins inzwischen so sehr, dass Papa Jean-Pierre sich genau dieses Lied auf seiner Beerdigung wünscht. „Er möchte, dass wir ihn eines Tages – hoffentlich erst in vielen Jahren – mit 'Forever Young' aus der Kirche begleiten und sieht das dann als seine allerletzte Botschaft an seinen Sohn“, erzählt Mathieu mit feuchten Augen.

Diese herzzerreißende Geschichte hat Mathieu in einem langen Brief formuliert und würde Rod diesen gerne zukommen lassen.

„Wenn ich das Glück haben sollte, einmal Rods Hand zu schütteln, brauche ich kein Autogramm, kein Selfie. Es gibt nur eine einzige Sache, die ich ihm schon seit mehr als 30 Jahre sagen möchte: DANKE ROD! Danke dafür, dass er den Soundtrack für unser Leben geliefert hat!“

Hier können Sie den gesamten Brief an Sir Rod Stewart im Original lesen

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