Have You Ever Seen The Rain: Rod Stewart zeigt dem Wettergott die lange Nase

Text: STORYTELLER/MH - Fotos: Tina Villardi / Jini Sachse / Richard Marx / Erin Willis / Hartford Healthcare Amphitheater

Vor wenigen Tagen stoppten technische Probleme am Fahrweg des Flugzeugs Sir Rod Stewart bei seinem geplanten Auftritt in Niagara Falls. Gestern drohte ein Unwetter über Bridgeport für einen Ausfall zu sorgen, am Ende konnte die Show aber wie geplant über die Bühne gehen. Sir Rod trotze dem Wettergott!

Und dann wurde es dunkel. Kurz nachdem sich die Türen öffneten und die ersten Fans in das Hartford Healthcare Amphitheater in Bridgeport drängten verdunkelte sich der Himmel über der 150.000 Einwohner zählenden Stadt im US-Bundesstaat Connecticut und ein Unwetter kündigte sich an. Auf großen Tafeln und Bildschirmen empfahl der Veranstalter den Besuchern bis auf weiteres in ihren Fahrzeugen Schutz zu suchen.

Nach rund einer halben Stunde hatte sich der Regen samt Gewitter immer noch nicht verzogen und der Veranstalter bat die Gäste um Geduld: „Wir beobachten die Wetterlage, die Show wird fortgesetzt, sobald das gefahrlos möglich ist.

Weitere 30 Minuten später kam dann das Go: „Gute Nachricht! Entwarnung!“ Die Show konnte stattfinden, allerdings musste sich Special Guest Richard Marx, der den Abend an sich eröffnen sollte, dem Wettergott beugen. Sein Auftritt wurde vom Veranstalter wegen dem Unwetter kurzfristig abgesagt.

Gegen 20.45 Uhr Ortszeit ging es dann aber los - Sir Rod betrat die Bühne und 5700 Fans in der ausverkauften Arena, etliche davon nass bis auf die Haut, waren bereit für die große Party.

Nach dem Opener It's A Heartache durfte dieser eine Song an dem verregneten Abend natürlich nicht fehlen: Have You Ever Seen The Rain – im Original von Creedence Clearwater Revival und 2006 von Stewart für sein Still The Same-Album gecovert– wurde zum perfekten Motto des Abends, den Rod teilweise im strömenden Regen über Bridgeport rocken musste.

Ebenso wie der Mann auf der Bühne trotzen die Besucher dem Wetter und ließen es sich trotz der widrigen Wetterverhältnisse gutgehen.

Und der Sänger machte es ihnen mit einer wahren Flut an großen Hits einfach, den Abend zu genießen.

Infatuation, Forever Young, Young Turks, Maggie May, Da Ya Think I'm Sexy – bei der Flut an Klassikern blieb auch denjenigen, die das Wetter nervte, kaum Zeit ihrem Ärger freien Lauf zu lassen.

Und Rod hatte für seine Fans noch ein Schmankerl in der Hinterhand: Zu den Songs Some Guys Have All The Luck jund Da Ya Think I'm Sexy holte der 81-Jährige Kumpel Richard Marx auf die Bühne und gemeinsam verlieh man diesen Stewart-Krachern eine ganz besondere Note. Den Fans gefiel es, es wurde getanzt, gesungen, getrunken. Das Wetter interessierte hier niemanden mehr, Bridgeport feierte einfach eine riesige Party – trotz, oder womöglich genau wegen den Wetterkapriolen des Abends.

Nach etwas mehr als zwei Stunden endete dann aber die Show und die Besucher pilgerten nass, aber glücklich nach Hause. „Rod Stewart war fantastisch, aber ich hätte Richard Marx auch so gerne gesehen“, drückte es Doreen aus Brideport aus. „Was eine grandiose Show“, stimmte Chris zu. „Rod ist ein ungalublicher Perfomer“. Und Edivania kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Mein Mann hat mich bei Have I Told You Lately einfach zum Tanz gebeten, das war unbeschreiblich“. Sprach's und drückte ihrem Gatten einen fetten Knutscher auf den Mund.

Einer, dessen T-Shirt auch nach der Show immer noch klitschnass war, war Robert. „Es ist mir scheißegal“, krächzte er mit vom Mitsingen angeschlagener Stimme. „Diese Show war einfach nur ein Hammer. Sie war das Warten und den Regen wert, danke Sir Rod“. Pete – ebenfalls nass bis auf die Haut – nahm es mit einer guten Portion Humor. „Tolle Show, aber wir haben zwei Stunden lang darauf gewartet und dabei immer wieder dasselbe auf dem Bildschirm gesehen. Nächstes Mal solltet ihr entweder einen Kurzfilm zeigen oder einen Jongleur, einen Komiker oder sogar einen Akkordeonspieler auf die Bühne schicken!!
Irgendwas!!“ lachte er mit einem Augenzwinkern und vergaß nicht hinzuzufügen: „ Aber Rod war einfach sensationell. Da kann ich über das andere hinweg sehen“, zwinkerte er, bevor er schnellen Schrittes zu seinem Auto eilte.

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