Happy Birthday, Every Picture!

Veröffentlicht am 17. Mai 2026 um 17:55

Text: Storyteller/MH & Bernd Schleßelmann (Radio Bremen eins) - Foto: designed by Storyteller

Heute, vor genau 55 Jahren veröffentlichte Rod Stewart sein bahnbrechendes Start-Up-Album "Every Picture Tells A Story". Der Longplayer beinhaltete unter anderem den Song "Maggie May", mit dem der Sänger so richtig durchstartete und seine einzigartige Karriere in Schwung brachte. Höchstwahrscheinlich würden wir heute nicht hier sitzen und diese Zeilen schreiben, wenn es diesen Song und dieses Album nicht geben würde.
Zur Feier des 55. Geburtstags von "Every Picture" lassen wir heute an dieser Stelle den Musikredakteur Bernd Schleßelmann zu Wort kommen, der 2024 in der Reihe "Die größten Alben aller Zeiten" einen sehr persönlichen Blick auf dieses Album warf.

Von Bernd Schleßelmann (Radio Bremeneins)

Darum ist "Every Picture Tells A Story" eines der größten Alben aller Zeiten
Man konnte diesem Song 1975 einfach nicht entkommen. "Sailing" war einer der Megahits des Jahres und lief ständig irgendwo. Was für eine Schnulze, was für ein rührseliger Kitsch. Dachte ich damals mit elf Jahren. Und diesen Sänger mit der Strubbelfrisur hätte ich am liebsten einfach ignoriert. Doch dann bekam ich im gleichen Jahr zu Weihnachten einen 70er-Jahre-Sampler geschenkt. Ein Song darauf: "Maggie May". Und der gefiel mir richtig gut. War ja irgendwie auch ein ganz anderer Rod Stewart als der, der durch die Charts segelte. Ein bisschen Folk mit akustischer Gitarre, ein bisschen Rock mit der elektrischen: Nicht zu hart, aber auch nicht zu weichgespült. Das war 1971 das Erfolgsgeheimnis des britischen Sängers. Das Album "Every Picture Tells A Story" präsentierte ihn als Rumpelrocker, so wie in dem Titelsong, den er mit seinem alten Kumpel Ronnie Wood geschrieben hatte. Aber Songs wie "Mandolin Wind" oder "Seems Like A Long Time" zeigten eben auch, dass Rod Stewart als Balladeninterpret eine große Zukunft vor sich hatte. Ein wirklich herausragender Sänger mit einer unverkennbaren Stimme.

Gut zu wissen
Es war nass, kalt und ungemütlich. Eben ein typischer Herbsttag in London, als Rod Stewart im September 1964 seine erste Single aufnehmen wollte. Er war gerade 19 und hatte sich natürlich für eine alte Bluesnummer entschieden – was sonst? "Good Morning Little Schoolgirl" sollte es also sein. Der Sänger erinnerte sich später an diesen denkwürdigen Tag: Als er sich beim Empfang im Studio meldete, fragte die Sekretärin: "Rod, wer?". Der schüchterne junge Mann nannte noch einmal seinen Namen. Daraufhin sagte die Frau: "Es tut mir leid, Ihnen das mitteilen zu müssen, ähm, Mr. Stewart, aber ich fürchte, Sie kommen genau eine Woche zu früh zu Ihrem Aufnahmetermin." Die Session eine Woche später verlief dann glatt. Rod Stewart kann sich auch heute noch an das Gelächter seiner Musiker erinnern, als er für die Mittagspause ein eher dürftiges Käsesandwich auspackte. Und dann auch noch das: The Yardbirds hatten "Good Morning Little Schoolgirl" einige Wochen vorher aufgenommen. Davon wusste Rod aber nichts. An seinem Timing musste er also noch arbeiten…

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