Text: STORYTELLER/MH
Foto: RTBF
Der Mann, der 2016 zum Ritter geschlagen wurde, zeigt immer wieder klare Kante. Sir Rod, der bereits während seiner Tournee 2024 mit klaren Ansagen zum Ukraine-Krieg seine Meinung kundtat und dabei vielen aus der Seele sprach („Fuck Putin“) hat sich nun erneut mit einem politischen Statement zu Wort gemeldet. Dieses Mal traf der Zorn des Sängers US-Präsident Donald Trump, der jüngst in einem Interview beim Weltwirtschafts-Forum in Davos davon sprach, dass die NATO-Verbündeten den USA im Bedarfsfall womöglich nicht zu Hilfe kommen würden, und behauptete, einige Nationen hätten sich aus der Frontlinie in Afghanistan herausgehalten und damit explizit die britischen Streitkräfte gemeint.
Das trieb auf der britischen Insel nicht nur Sir Rod Stewart die Zornesröte ins Gesicht. Auch britische Regierungsvertreter beschwerten sich über die Aussagen des US-Präsidenten vehement. Downing Street erklärte, der Präsident liege „falsch“, wenn er die Rolle der britischen Streitkräfte herabsetze, und wies darauf hin, dass Großbritannien nach den Vereinigten Staaten die zweithöchste Zahl an militärischen Todesopfern zu beklagen habe.
Sir Rod Stewart setzte am Abend dann zu einem Rundumschlag gegen Trump an, bezeichnete dessen Aussagen in einem Video, das er auf Social Media veröffentlichte, als untragsbar und erklärte: „Ich bin vielleicht nur ein bescheidener Rockstar, aber ich bin auch ein Ritter des Königreichs und habe meine Meinung“. Und fuhr dann fort: „Ich wurde kurz nach dem Krieg geboren und habe großen Respekt vor unseren Streitkräften, die gekämpft und uns unsere Freiheit geschenkt haben. Es schmerzt mich daher sehr, wenn ich lese, dass der Wehrdienstverweigerer Trump unsere Truppen in Afghanistan dafür kritisiert, dass sie nicht an der Front stehen“. Rod hob anschließend das Ausmaß der britischen Verluste während des Konflikts hervor, der 457 britischen Soldaten das Leben gekostet hat.
„Wir haben über 400 unserer Jungs verloren“, sagte er. „Denken Sie an ihre Eltern. Denken Sie darüber nach. Und Trump bezeichnet sie fast als Feiglinge. Das ist unerträglich.“
Er schloss mit einem direkten Appell an die politische Führung Großbritanniens und fügte hinzu: „Deshalb fordere ich Sie, Premierminister Starmer und Farage, auf, den Wehrdienstverweigerer Trump dazu zu bringen, sich zu entschuldigen. Bitte.“
Trump und den Maggie-May-Sänger verband sogar mal so etwas wie eine Freundschaft. In einem Interview mit „Radio Times“ erklärte Stewart aber jüngst, dass diese Freundschaft vorbei ist. „Ich kann das nicht mehr“, so Rod im Sommer des vergangenen Jahres. „solange er die Waffen nach Israel verkauft“.
„Wir waren Nachbarn. Mein Haus in Florida und seines, Mar-a-Lago, lagen vielleicht eine halbe Meile auseinander. Wir waren oft gemeinsam am Strand, ich war auch zu seinen Weihnachtspartys eingeladen“, erinnert sich der Sänger.
Auf eine Einladung zur nächsten Party des US-Präsidenten dürfte Sir Rod nach seinen Aussagen von gestern nun wohl vergeblich warten.