Text: STORYTELLER/MH
Cover-Foto: designed by Storyteller
Am 10. Januar wird Rod Stewart 81 Jahre alt – und ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch ein bisschen unwirklich an. Denn Rod Stewart ist kein Künstler, den man einfach in Jahreszahlen packt. Er ist ein Lebensgefühl. Eine Stimme. Ein verdammt gut sitzender Maßanzug mit offenem Hemdkragen, der seit Jahrzehnten allen Moden trotzt.
Rod ist einer dieser Musiker, bei denen man nicht nur Songs hört, sondern in Erinnerungen schwelgt, bei denen man einfach seine ganz persönliche Party feiert, ganz nach dem Motto „We're having a party“, wie es Sir Rod selbst ja immer wieder auf seinen Konzerten betont.
Kaum erklingt dieses unverwechselbare, leicht heisere Timbre, ist man mittendrin: im ersten verliebten Sommer, auf einer endlosen Autofahrt, in einer verrauchten Kneipe oder vor der großen Bühne des Lebens, wo es gerade nicht perfekt läuft – aber ehrlich. Und genau das war und ist Rod Stewart immer: ehrlich, direkt, manchmal frech, mit einem mitreißenden Humor ausgestattet und manchmal sentimental, aber nie glattgebügelt.
Seine Karriere? Ein Wahnsinnsritt. Vom Straßenmusiker über die wilden Jahre mit den Faces, von „Maggie May“ bis „Da Ya Think I’m Sexy?“, von „Baby Jane“ zu „The Tears Of Hercules“, von pickepackevollen Stadien über ausverkaufte Arenen zu kleinen, verrauchten Clubs. Vom tobenden Rockkracher a la „Young Turks“ bis zu herzzerreißenden Balladen wie „Have I Told You Lately“ - Rod kann und konnte alles und wollte sich nie entscheiden müssen. Rocker mit Fußballherz, Dandy mit Arbeiterseele, Charmeur mit Selbstironie. Einer, der wusste, dass ein Song nicht perfekt sein muss, um perfekt zu sein. Er musste nur mit Leben gefüllt werden, diesen typischen Stewart-Touch bekommen. Und da war und ist Sir Rod so gut wie kaum ein Zweiter. Nicht umsonst hat er viele Coversongs aufgenommen und erst durch seine Rod-typische Interpretation wurden diese Lieder zu Welthits. Beispiele gefällig? Nehmen wir „Sailing“ - 1972 von den Sutherland Brothers geschrieben, aber erst drei Jahre später durch die Version von Stewart wurde „Sailing“ zur Nummer eins in den Charts. Oder „The First Cut Is The Deepest“. Ursprünglich von Cat Stevens 1967 geschrieben, wurde das Lied erst durch das Stewart-Cover neun Jahre später zu dem großen Hit, den heute fast jeder kennt.
Und dann diese Stimme. Keine andere klingt wie sie. Sie kratzt, sie wärmt, sie tröstet. Sie erzählt Geschichten von Liebe und Verlust, von Fehlern und zweiten Chancen. Rod singt nicht über Gefühle – er steckt mitten drin. Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Songs Generationen verbinden. Kinder, Eltern, Großeltern – alle können sich für Rod Stewart begeistern. Da singt der Teenager-Enkel bei einem Konzert mit seiner Großmutter, da rocken Sohn und Vater zu den Klängen von „Tonight I'm Yours“ über den Arena-Boden. Stewart trifft alle Generationen mit seinen Songs und beschert ihnen bei seinen Auftritten zumindest zwei Stunden sorglose Abwechslung vom Alltagsleben. Welcher Influencer oder TikTok-Nerd kann das heutzutage schon von sich behaupten?
Auch jenseits der Musik blieb Rod immer Rod. Fußballfan mit Leidenschaft, Entertainer ohne wirkliche Starallüren, Gentleman mit Augenzwinkern. Im Grunde ist Rod einer von uns, der sich für seine Lieblingsmannschaft aus Glasgow ebenso begeistern kann, wie für das Bierchen am Abend im Pub um die Ecke. Einer, der über sich selbst lachen kann und genau weiß, dass Coolness nichts mit Alter zu tun hat, sondern mit Haltung. Wer mit über 80 noch auf der Bühne steht, als wäre es das Natürlichste der Welt, der hat eine ganze Menge richtig gemacht.
81 Jahre Rod Stewart – das sind nicht nur unzählige Hits, goldene Schallplatten und ausverkaufte Tourneen. Das sind Momente, die bleiben. Refrains, die man mitsingt, auch wenn man den Text gar nicht genau kennt. Melodien, die einen auffangen, wenn der Tag mal schwer ist. Und dieses Gefühl, dass Rock’n’Roll nicht laut sein muss, um tief zu gehen.
Lieber Rod, danke für die Songs, die uns begleitet haben und es immer noch tun. Danke für die Energie, den Stil, den Humor – und dafür, dass du bewiesen hast, dass Leidenschaft kein Verfallsdatum kennt. Happy Birthday, Sir Rod. Auf die nächsten Kapitel. Die Welt kann noch jede Menge Stewart gebrauchen.
LYRICS
(Intro – strings only, rubato)
Eighty one…
but not a bit quiet
(Verse 1 – low strings, sparse piano)
Back when nights were cheap and loud
Smoke in bars, no solid ground
Long John Baldry heard that voice
Knows from scratch, there is no choice
(Verse 2 – strings widen)
Rough and real, no perfect tone
Fire deep inside the bone
From backroom lights to borrowed days
Learning how to find his way
(Pre-Chorus – harmony rising)
Every step, another mile
Every scar became a smile
(Chorus – full orchestra, open vowels)
Eighty one
but not a bit quiet
Hear that sound
still defiant
Every note still cuts right through
Eighty one
and still true
(Verse 3 – rhythmic strings, Faces era)
Faces nights and falling walls
Crowded rooms, no curtain calls
Truth was loud, the rules were thin
That’s where it all came crashing in
(Verse 4 – melodic lift)
Maggie May on late-night air
London dreams everywhere
Every Picture tells it clear
You can hear the hunger here
(Build – brass enters)
Hands up high
Rio burned
Three point five million voices
turned
(Chorus – bigger, choir optional)
Eighty one
but not a bit quiet
Hearts still burn
still ignited
One voice over land and sea
Eighty one
and still free
(Verse 5 – restrained, Vegas & honours)
Vegas lights since twenty-eleven
Every night a touch of heaven
Hall of Fame, the lights, the crown
But the road still pulls him down
Sword on shoulder, twenty-sixteen
Sir by name — still rock’n’roll mean
(Final Chorus – maximum width)
Eighty one
but not a bit quiet
Still that soul
still unbreakable fire
Forever Young — you hear it ring
Every time
he dares to sing
(Outro – strings + horns, held note)
No goodbye
no final bow
Just one more song
right now
Eighty one…
BUT not a bit quiet.
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