Feyenoord Rotterdam - Celtic FC 1:3 (1:2)
Text: STORYTELLER/MH
Photos: Rod Stewart, Feyenoord Rotterdam, Celtic Football Club & Screenshot NOS
Dieser Mann kennt auch mit 80 Jahren noch keine Abende auf der heimischen Couch. Am Dienstag noch auf der Bühne in Hamburg, morgen Abend steht das Konzert in Leipzig an. Und heute? Ein wenig ausruhen vor dem nächsten Arbeitstag? Von wegen, Sir Rod Stewart nutzte den freien Tag und jettete mal schnell rüber nach Rotterdam, wo sein Herzensklub Celtic am Donnerstagabend beim niederländischen Topverein Feyenoord in der Gruppenphase der UEFA Europa League antrat. Vor Spielbeginn wurde er von den Vereinsbossen der Gastgeber herzlich ermpfangen und bekam ein Feyenoord-Trikot mit der Nummer 7 und dem Namen „Stewart“ auf dem Rücken überreicht. Dann war aber genug mit den Gastgeschenken.
Bei regnerischem Schmuddelwetter sah Sir Rod, der in Begleitung seines Sohnes Alastair (feierte am Donnerstag seinen 20. Geburtstag – Storyteller wünscht alles Gute für das neue Lebensjahr) unterwegs war, zwar eine starke Anfangsphase seiner Hoops, aber Luke McCown traf nach acht Minuten nur die Querlatte. Feyenoord nutzte dann eine erste kleine Unaufmerksamkeit in der Celtic-Abwehr durch Ayase Ueda zum 1:0 (11.). Rod machte auf seinem Sitz in der Ehrenloge nicht das allerglücklichste Gesicht ob des frühen Rückstands seiner Bhoys in Green.
Happy Birthday Alastair: Rod und sein Sohn feiern eine besondere "Geburtstagsparty" vor dem Spiel in Rotterdam
Im weiteren Verlauf drängte Celtic auf den Ausgleich, aber die Niederländer verteidigten zunächst geschickt gegen die Angriffe der Schotten. Doch nach einer guten halben Stunde brach auf dem Rasen und der Ehrentribüne grün-weißer Jubel aus: Hyun-Jun Yang verwertete in Minute 31 eine Flanke von Reo Hatate aus spitzem Winkel zum verdienten Ausgleich (31.). Da riss es Sir Rod, der seine Haarpracht unter einem um den Kopf gewickelten Tartan-Schal versteckte, aus dem Sitz. Verdienter Ausgleich für die Mannen von Interims-Trainer Martin O'Neill.
Und die Laune unter dem Tartan-Schal sollte sich noch bessern. Kurz vor der Pause traf Hatate, der den Ausgleich noch auflegte, dann höchstselbst aus rund 20 Metern zur Führung für die Gäste (43.) und nach einer Minute Nachspielzeit ging es dann mit einem 2:1 für die Hoops in die Kabine und für Familie Stewart in den Ehrengastbereich zum Aufwärmen und einem kleinen Pausensnack.
Ohne personelle Veränderungen gingen beide Teams nach der 15-minütigen Pause in die zweite Halbzeit und auch weiter oben auf den Rängen hatten Rod und Alastair ihre Plätze rechtzeitig zum Wiederanpfiff eingenommen.
Celtic kontrollierte in den ersten Minuten nach der Pause das Geschehen und arbeitete am dritten Treffer, was die Herren oben auf der Tribüne wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Weniger gut gefiel dieser Spielverlauf allerdings den heimischen Anhängern, die ihrem Unmut mit zunehmender Spielzeit mit immer lauter werdenden Pfiffen kund taten. Die Mannen von Trainer O'Neill gaben klar den Ton an, auf der Tribüne vergaßen Rod und seine Begleiter dabei sogar die eisige Kälte und den von Regen begleiteten Wind, der durchs Stadion De Kuip fegte. Von Feyenoord kam in dieser Phase so gut wie nichts mehr.
Aber, so kampflos wollten sich die Spieler von Trainer und Ex-Arsenal-Star Robin van Persie nicht abschlachten lassen. In der Schlussphase traten die Niederländer nochmal auf die Tube und Celtic hatte Glück, dass Kapitän Callum McGregor in Minute 72 bei einem Schuss von Jordan Lotomba auf der Linie klären konnte. Oben rutschten Rod und Alastair zunehmend unruhiger auf ihren Sitzen herum, der Celtic-Sieg geriet mehr und mehr in Gefahr, denn Feyenoord startete in der Schlussphase Angriff auf Angriff.
Dann kam Minute 82: Celtic mit einem der immer weniger werdenden Entlastungsangriffe. Daizen Maeda legte den Ball vor dem Feyenoord-Tor klug zurück und Benjamin Nygren donnerte die Kugel aus etwa acht Metern mit voller Wucht und dem linken Fuß unter die Latte, von wo der Ball im Netz einschlug. Sir Rod, der sich inzwischen in einen warmen VIP-Raum verzogen hatte, jubelte hinter einer Glasscheibe des De Kuip mit.
Damit war das Spiel entschieden, die ersten Rotterdamer Fans verließen schon Minuten vor dem Abpfiff das Stadion. Dagegen herrschte im Fanblock der Hoops die allerbeste Stimmung, die Celtic-Anhänger sangen pausenlos und feierten ihre Mannschaft für den starken Auftritt im De Kuip. Mit diesem Dreier in den Niederlanden klettert Celtic in der Tabelle der Europa League auf Rang 17 und hat nun beste Aussichten, zumindest die Play-offs für das Achtelfinale zu erreichen.
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